Instandsetzung und Optimierung ewz - Areal Herdern, Zürich

Im Zuge der urbanen Aneignung des Industriequartiers entstanden in rasanter Geschwindigkeit Dienstleistungsarbeitsplätze, Stadthotels, luxuriöse Hochhauswohnungen, ebenso sehr wie die neue Hochschule der Künste. Umgekehrt verschwanden zunehmend die Gewerbebauten und Fabrikhallen. Die Instandsetzung und Optimierung des EWZ-Areals hält gegenüber dieser Dynamik nicht nur Einschub, sondern manifestiert mit dem neuen Hauptstandort die Bedeutung der technologischen Innovation in unserer postindustriellen Lebensweise.

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Das EWZ-Areal bildet signifikanterweise mit seinen Bahnviadukten, Gleisfeldüberquerungen und der vielspurigen Ausfallachse Richtung Autobahn den zugleich rauhesten, aber auch ursprünglichsten Ort in Zürich West. Alles zeugt wie in den alten ‚Bauten der Arbeit’ von den Gesetzen der inneren Betriebsorganisation: Hauptgebäude, Bobinenhalle, Warenannahme, Werkstatt, Lager, Entsorgung und Parkierung verklammern sich in einem Prozess der komplexesten Reorganisation zu einem grossen, funktionalen Ensemble.

Die rationale Organisation mit der rigorosen Optimierung der betrieblichen Logistik findet ihren architektonischen Ausdruck in den simplen, niedrig gehaltenen Kuben der Bobinenhalle und der imposanten, weit auskragenden Aufstockung des Hauptgebäudes. Alles ordnet sich dem Maßstab des Horizontalen unter, der sich der Vertikalen der Hochhäuser Hard Turm und Migros Herdern und dem Komplex des Toni-Areal entgegensetzt. In der Stadteinfahrt formen die polygonalen Türme auf dem alten Coop- und Maag Areal den ebenfalls vertikal gegliederten Hintergrund. Einzig die Auskragung zur Pfingstweidstrasse emphatisiert die Technik des Tragwerkes mittels vier einhüftigen Rahmen als Ausdrucksmittel - auch wenn diese Technik nicht entwickelt wurde, um Poesie zu produzieren. Die Überhöhung und Überschiebung über das Unterwerk beinhaltet nicht nur die Leitstelle und die repräsentativen Räume des Hauptgebäudes, sondern markiert in derselben Geste die hohe Durchlässigkeit zum Pfingstweidpark, betont durch die Führung des Mühleweges und bildet in ihrer gegenwärtigen Form die Schaufassade einer der wichtigsten industriellen Institutionen Zürichs.

ORT: Zürich

Studienauftrag: 2016

Projekt: seit 2017

Bauherr: Stadt Zürich, handelnd:
Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz)

Meili, Peter & Partner Architekten AG:

aktuelles Team:
Markus Peter, Patrick Rinderknecht, Alice Hucker
Stephanie Weiss, Karl Waldvogel, Thomas Franc

Generalplaner: Hämmerle + Partner GmbH
Meili, Peter & Partner Architekten AG

Bauingenieur: Basler & Hofmann AG, Zürich

Baumanagement: HSSP AG, Zürich

HLKS/MSRL: Gruner Gruneko AG, Basel

Elektro: IBG B. Graf AG Engineering, Winterthur

Betrieb: Weber und Partner AG, Wil

Brandschutz: AFC Airflow Consulting AG, Zürich

Bauphysik: Raumanzug GmbH, Zürich

Verkehr: IBV Hüsler AG, Zürich

Landschaft: Müller Illien Landschaftsarchitekten GmbH

Fassade: PPEngineering GmbH, Basel

Geologie/Altlasten: Dr. von Moos AG, Zürich

Sicherheit: 4 Management 2 Security GmbH, Zürich